Der neue Kindergemeinderat ist gestartet – und die Begeisterung könnte größer kaum sein. Bei der Angelobung war spürbar, wie viel Motivation und Verantwortungsbewusstsein in den jungen Köpfen steckt.
Seit einer Projektvorstellung im Herbst arbeiten über 30 Kinder an Ideen für Gemeinschaft, Umwelt und Verkehrssicherheit. Sie lernen, wie Demokratie funktioniert – und setzen es gleich um: Bei der Wahl des ersten eigenen Logos entschieden sie sich für den Entwurf von Leonhard Röck-Krenn. Sein Baum mit kräftigem Stamm und wärmender Sonne steht für Zusammenhalt, Wachstum und Freude in der Gemeinde.
Die Wahl des Kinderbürgermeisters/der Kinderbürgermeisterin im heurigen Mai war spannend bis zum Schluss: Gleichstände machten teilweise mehrere Wahlrunden nötig! Zur Kinderbürgermeisterin wurde Theresa Pichler gewählt, unterstützt von Vize-Kinderbürgermeisterin Nelly Schröck. Als Kinderbürgermeister setzte sich Florian Fellacher durch, sein Stellvertreter ist Julius Puffer.
Bei der Angelobungsfeier präsentierte Mathias Rosenberger (Landentwicklung) gemeinsam mit den KiGras die bisherigen Projektergebnisse. Unter den Gästen waren neben Familien auch politische Vertreter wie Bezirkshauptmann Hofrat Mag. Andreas Weitlaner, Bundesrätin Antonia Herunter, NR-Abgeordnete Fiona Fiedler und GF Mag. Sandra Höbel. In ihren Grußworten betonten sie die Bedeutung dieser neuen Beteiligungsmöglichkeit und lobten das Engagement der Kinder. Ein besonderes Highlight: Die Einladung des Kindergemeinderats ins Parlament durch Fiona Fiedler.
Das Besondere am Kindergemeinderat Eggersdorf: Die Ideen der Kinder stehen im Mittelpunkt. So erhält die Altersgruppe von 8 bis 12 Jahren eine Stimme in der Gemeinde. Im KiGra lernen die Kinder spielerisch, Verantwortung zu übernehmen, Projekte zu planen und gemeinsam Entscheidungen zu treffen. Ziel ist eine nachhaltige Beteiligungskultur, die auch nach Abschluss der Prozessbegleitung durch die Landentwicklung bestehen bleibt.
Bürgermeister Reinhard Pichler betont, dass die Vorschläge der Kinder ernst genommen und nach Möglichkeit umgesetzt werden sollen. Nach der Vorstellung der Kindergemeinderäte erfolgte die Angelobung durch Bürgermeister Pichler und Bezirkshauptmann Mag. Andreas Weitlaner. Die Gründungsurkunde wurde von allen KiGraS sowie den beiden Amtsträgern unterzeichnet, bevor der Festakt bei einem gemeinsamen Imbiss ausklang.
Für die musikalische Umrahmung sorgten die talentierten Schüler*innen der Musikschule Eggersdorf – und das Publikum bedankte sich mit kräftigem Applaus. Ihre stimmungsvolle Begleitung verlieh der Feier einen festlichen Rahmen.
Bürgermeister Reinhard Pichler nutzte die Gelegenheit, um allen Beteiligten seinen Dank auszusprechen: Mathias Rosenberger von der Landentwicklung Steiermark, den gemeindeinternen Begleiterinnen Mag. Anna-Maria Pammer und Mag. Christina Pichler, dem Gemeinderat für seine Unterstützung, den Kindern für ihren Mut und ihre Verantwortungsbereitschaft – und nicht zuletzt den Eltern, die diese Teilnahme möglich gemacht haben.
„Seit dem 18. Juni ist es offiziell: Ihr seid die Stimme aller Kinder hier – und das ist eine großartige und wichtige Aufgabe“, betonte er. Für die Gemeinde ist der KiGRa eine wertvolle Chance: Die Sichtweise der Kinder fließt direkt in die Gestaltung des Gemeindelebens ein. Mit dem neuen KiGra haben nun auch unsere jüngsten Bewohner ein offizielles Vertretungsgremium.
Beim zweiten Treffen verwandelte sich die Kulturhalle in eine besondere Bühne. Im Rahmen des „Jeux ramatiques“ schlüpften die Kinder in unterschiedliche Rollen, die es in einer Gemeinde gibt – etwa in jene von BürgermeisterIn, GemeindemitarbeiterIn oder engagierten BürgerInnen. Gemeinsam spielten sie einen Tag in
der Gemeinde nach. Eine besondere Herausforderung machte das Rollen spiel dabei noch spannender: Während des Spiels durfte nicht gesprochen werden. Die Kinder kommunizierten ausschließlich über Mimik und Gestik. Diese stille Form des Spiels verlangte ein hohes Maß an Aufmerksamkeit, Einfühlungsvermögen und Kreativität. Ohne Worte mussten Entscheidungen angedeutet, Anliegen dargestellt und Situationen gelöst werden. Dabei zeigte sich eindrucksvoll, wie stark nonverbale Kommunikation wirken kann – und wie wichtig es ist, genau hinzusehen und aufeinander zu achten.
Die erste Sitzung stand ganz bewusst im Zeichen des Kennenlernens. Ziel war es, eine vertrauensvolle Basis für die gemeinsame Arbeit zu schaffen. Mit spielerischen Methoden lernten sich die 35 KindergemeinderätInnen näher kennen, entdeckten Gemeinsamkeiten und stärkten das Gruppengefühl. Ein zentraler Bestandteil des Treffens war die gemeinsame Erarbeitung einer Kindergemeinderatsordnung. Die Kinder entwickelten dabei selbst ihre Regeln für ein respektvolles und konstruktives Miteinander. Sie einigten sich auf Grundsätze wie Zuhören, Ausreden lassen, Neuer Kindergemeinderat in Eggersdorf bei Graz erfolgreich gestartet wertschätzender Umgang und gegenseitige Unterstützung. So wurde von Anfang an deutlich: Mitbestimmung beginnt bereits bei den Spielregeln der Zusammenarbeit.