Neophyten - Big 5 in Eggersdorf

Definition - Was sind Neophyten?
Als Neophyten werden Pflanzenarten bezeichnet die ursprünglich nicht von Natur aus in unserer Region vorkommen, sondern nach 1942 durch den Menschen aus fremden Gebieten eingeführt wurden. Rund 60% der bei uns etablierten Neophyten wurden bewusst als Zierpflanzen oder land- und forstwirtschaftliche Nutzpflanzen eingeführt, der Rest wurde unbeabsichtigt durch Reisen und Handel - beispielsweise als ungewollte Beimischung beim Saatgut – eingeschleppt. Nicht jeder Neophyt ist problematisch, die meisten sind harmlos oder nützliche Kulturpflanzen wie Kartoffel, Mais oder Tomate. Zum Problem werden sie, wenn sie sich unkontrolliert in der Landschaft ausbreiten und heimische Pflanzenarten verdrängen. Nur sehr wenige dieser neuen Pflanzen können sich bei uns etablieren oder sind gar konkurrenzstärker als die einheimischen Arten (Zehner-Regel der Neophyten). Aber diese wenigen stellen uns im öffentlichen Raum und im Naturschutz vor große Herausforderungen.

Was macht invasive Neophyten so konkurrenzfähig?
• Hohe Anpassungsfähigkeit: Sie besiedeln unterschiedlichste Standorte und haben eine hohe Toleranz gegenüber wechselnden Umweltbedingungen oder Störungen.
• Effiziente Vermehrung: Sie produzieren viele Samen mit langer Keimfähigkeit oder breiten sich vegetativ über Wurzeln oder Ableger schnell aus.
• Fehlen natürlicher Gegenspieler: In ihrer neuen Umgebung fehlen häufig natürliche Schädlinge oder Krankheiten
• Starke Konkurrenzfähigkeit: Sie übertreffen heimische Arten in Nährstoffnutzung, Wachstumsgeschwindigkeit und Lichtkonkurrenz.

Welche Gefahren gehen von invasiven Neophyten aus?
Neophyten werden vor allem dann als problematisch wahrgenommen, wenn sie andere Arten verdrängen, schützenswerte Lebensräume gefährden oder wirtschaftliche Schäden verursachen.
Invasive Neophyten bilden häufig großflächige Reinbestände und verdrängen heimische Pflanzen- und Tierarten, wodurch Lebensräume verändert und die Artenvielfalt reduziert wird. Dies hat generell negative Auswirkungen auf wertvolle Ökosystemdienstleistungen, wie Bestäuberleistung und Nährstoffkreisläufe.
Artabhängig können invasive Neophyten • die Bodenqualität verändern, • die Gefahr von Bodenerosion und Ufereinbrüchen fördern, • Infrastruktur beeinträchtigen, sowie • Ertragsminderungen, • Ernteausfälle oder • Vergiftungserscheinungen bei Tieren verursachen. Neben dem wirtschaftlichen Schaden vor - auch aufgrund der hohen Kosten für • die Bekämpfungsmaßnahmen -können durch einige Arten auch • schwerwiegende gesundheitliche Schäden auftreten. 

Was tun?
Prävention ist die beste und billigste Maßnahme gegen die Ausbreitung invasiver Neophyten. Denn sind invasive Neophyten erstmal etabliert, ist eine vollständige Bekämpfung selten möglich. Daher sollte das Augenmerk auf die Eindämmung und die Verhinderung der Weiterverbreitung invasiver Pflanzen gelegt werden, da in der Frühphase der Besiedelung noch am besten eingegriffen werden kann.

Einfache Maßnahmen sind:
Bereits beim Kauf achten, dass gewünschte Pflanzen nicht als invasive Neophyten eingestuft sind, Hinweis: Trotz EU-Verordnung (Verordnung (EU) Nr. 1143/2014 regelt Einbringung und Ausbreitung von invasiven gebietsfremden Arten (IAS), sind invasive Arten im Handel erhältlich

Gartenabfälle keinesfalls in der freien Natur ablagern - viele Neophyten breiten sich über ausdauernde Samen und/oder vegetativ (dh. einzelne Pflanzenteile treiben wieder aus) aus

Offenen Boden vermeiden - Neophyten siedeln sich gerne auf „gestörten Flächen“ (nach Rodungen, Bauarbeiten, Ausbaggern eines Flussbetts) an - Gegenmaßnahme: sofortiges Bepflanzung mit heimischen Gehölzen und Begrünung mit standorttypischem Saatgut sorgt für gesunde Konkurrenz zu sich stark ausbreitenden neuen Pflanzen

Die Gemeinde Eggersdorf setzt in Kooperation mit der KLAR!-Region Schöcklland und der Stmk. Berg- und Naturwacht 2026 einen Neophyten-Schwerpunkt.

Infos über Neophyten und Veranstaltungen zu diesem Thema finden Sie auch auf CITIES

 

Damit wir besser über die Verbreitung von Neophyten in unserem Gemeindegebiet Bescheid wissen, melden Sie Neophytenbestände bitte auf iNaturalist 

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